Ein einziger Blick und ich wusste was passiert war.   

Das habe ich nicht gewollt, denke ich und merke selbst wie blöd das klingt.
Wenn ich es nicht gewollt hätte, wäre es auch niemals so weit gekommen.

Obwohl es so harmlos angefangen hatte war die Situation schnell ausgeartet.
Ich erinnerte mich nur noch wage, wie ich vor seiner Haustür gestanden hatte und auch die nachfolgenden paar Stunden fingen bereits an aus meinem Gedächtnis zu verschwinden. Weswegen war ich nochmal zu ihm gegangen?

Die Musik hatte gespielt, als ich hier aufgeschlagen war. Eine Mischung aus Pop und Rock. Es war noch hell gewesen und ich hatte mich über die Ordnung gewundert die in seinem Wohnzimmer geherrscht hatte, wo er doch sonst ein kleiner Chaot war. Dann hatten wir der Musik gelauscht und uns über unwichtige Kleinigkeiten unterhalten.

Vorsichtig stand ich auf und suchte meine Sachen zusammen, welche auf dem Boden verstreut waren. Und dann? Mein Kopf schmerzte. Ich erinnerte mich wage an das dumpfe Geräusch welches in der Nacht entstanden war, als ich gegen die Wand stieß.

Ich wollte mir Bücher ausleihen, deswegen waren wir in sein Schlafzimmer gegangen. Sie standen in einem der Schränke. Was war es noch gewesen? ´Feuer und Stein?´ Ja genau.

Grade als ich mich anziehen und aus der Wohnung verschwinden wollte, merkte ich wie er sich streckte. „Verdammter Mist“, fluchte ich leise und huschte aus dem Zimmer. Fast wäre ich gestolpert und rittlings hingefallen, doch ich schaffte es grade noch seinen Schuhen auszuweichen, welche sich demonstrativ vor meine Füße geworfen hatten.

Das Buch hatte ich in meine Tasche gepackt und hatte diese in den Flur an die Garderobe gehängt. Während ich mir im Gehen die Klamotten überwarf schnappte ich mir die Tasche, und hängte sie mir schließlich um. Danach, eine Abfolge von Bildern.
Er wie er mich umarmte und mich küsste und mein verwirrt überraschter Gesichtsausdruck, meine Jacke die auf den Boden fiel und die viel zu schnelle Zustimmung die ich gegeben hatte.
Ein Schauer durchfuhr mich, während ich die Treppe hinunterschlich und die Haustür öffnete. „Lena?“ Erschrocken schaute ich zurück, als ich meinen Namen hörte, doch er war mir noch nicht bis zur Treppe gefolgt.

Schnell schloss ich die Tür hinter mir und erreichte schließlich schwer keuchend mein Auto.   
Später würde ich mit ihm reden müssen, dachte ich. Viel später.


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